Station 10 : Burgblick







Zeichnung: K.H.Weidmann

Burg

Quelle:Adresse:Eintrag:
Tranchot-Karte 1801 - 1814 eindeutig zu erkennen
Branchenverzeichnis 1901 Frings, Peter, Gutsb.
Adressbuch 1907Burgg. (Burggasse) 36Frings, Pet. Wwe. o.G.
Adressbuch 1930Nr.36Frings, Christine, Gutsbes. und Frings-Watterott, Herm., Gutsverwalter
Branchenverzeichnis 1947 -
SpäterBuschdorfer Str. 1mehrfach Frings Watterott


Burgen und Ritter

Burgen dienten im Mittelalter als Sitz der für den jeweiligen Standort zuständigen Ritter. Auf dem flachen Lande - wie bei uns - waren es zunächst nur normale landwirtschaftliche Höfe, die aber notwendigerweise so mit Schutzmaßnahmen versehen waren (z.B. Holzpalisaden), dass sowohl der Ritter und seine Familie sicher waren, aber auch dass das Dorf, für das der Ritter vom Erzbischof bzw. Kurfürsten eingesetzt worden war, von dort aus beschützt werden konnte.

Auch die Bewohner des Dorfes konnten im Notfall innerhalb der Eingrenzung der Burg Schutz finden.

Ob diese Vorgeschichte auch für Buschdorf zugetroffen hat, ist ungewiss. Üblicherweise wurden mit der Zeit die Rittersitze zu massiven Burgen umgebaut, die bezüglich der Schutzmaßnahmen besser geeignet waren. Da der Grundaufbau der Buschdorfer Burg auf "Anfang des 13. Jahrhunderts" geschätzt wurde (Bericht Prof Neu, 1940, LVR Amt für Bodendenkmalpflege), kann man zwar annehmen, dass zur Zeit der Buschdorfer Ersterwähnung von 1217 schon die Anfänge dieser Burg vorhanden waren. Genaues ist aber nichts bekannt ist.

Die Lage der Burg ist so gewählt, dass das Dorf aus Richtung Vorgebirge vor umherziehenden Räuberbanden (z.B. 1782 Räuberbande, bestehend aus Roisdorfer Burschen, laut Norbert Zerlett) und weitere kriegerische Angriffe geschützt wird. Wann die Wegverbindung von einem vermuteten Rheinübergang nahe Grau Rheindorf (Fähre?) an Buschdorf vorbei und weiter in Richtung der schon früh erwähnten Straße Bonn - Aachen, ist unbekannt.

Welche Funktionen unsere Ritter im Zusammenhang mit dieser Strecke hatten, ist nicht belegt. Straßen zu schützen, aber auch den Zoll zu kassieren, war häufig Sache der Ritter, die Bauweise unserer Burg mit dicken, schützenden Wänden zeigt aber, dass der Schutz der anliegenden Bewohner doch wohl die ursprüngliche Aufgabe war.

Die weitere bauliche Entwicklung der Burg lässt laut Professor Neu eine Vielzahl von Änderngen erkennen. Über die Besitzer weiß man ab 1599 Bescheid, z.B. war das Kloster Grau-Rheindorf zeitweise Besitzer, aber auch ein Herr aus der Familie von Kleist. Von den früheren Eigentümern ist die Familie Bassenheim am auffälligsten, da ihr Wappen sich auf vielen Grenzsteinen wiederfindet und schließlich Grundlage der heutigen Buschdorf-Emblems wurde.


Bauliche Details

Über den Zentralbau der Burg (genannt Turm) berichtet Dietz in den Heimatblätterm Rhein Sieg Kreis 1970-74: Der Grundriss bildet ein Quadrat von ca. 10m Länge. Die Mauerdicke im Erdgeschoss beträgt etwa 2m, d.h., dass der eigentliche Wohnraumn recht klein erscheint. In den ebenfalls bewohnten Obergeschossen sind die Wandstärken geringer. Baumaterialen sind unten Basalt, Tuff, und Trachyt, oben Ziegel. Umbauten sind in mehreren Geschichtsepochen vorgenommen worden. Die besonders dicken Wände im unteren Bereich sind für Schutzburgen ausgesprochen typisch.


Der Bornheimer Heimatforscher Norbert Zerlett sieht in der Festschrift für Josef Dietz unsere Burg mit ihrem "Berfes" als eine von 22 runden oder eckigen "Bergfriede" , die der Verteidigung und dem Schutz der Bewohner gegen Überfälle - z.B. der Kölner vom 14.- 16.Jahrhundert - dienten.


Urkunden

Ab 1217 taucht der Name der Bursdorper öfters in Urkunden auf, z.B. gibt es um 1239 zwei Brüder (Halbbrüder?), beide mit Namen Winricus, sie vergaben Rechte, die sie an der Graurheindorfer Kirche hatten, nach Graurheindorf zurück. Dies kann man als Hinweis sehen, dass die Familie ihre Wurzeln in unserem Nachbarort hatten. Auch 1259 gingen Besitztümer der Burstorps an Grau-Rheindorf über. Zitat aus einem Testament von 1272: "Die Nonne Helewig und deren Schwester Yrmengard von Stupa; die beiden Töchter des Ritters Cuno v. Burstorp, welche Nonnen sind..."

Namen der Bursdorper, die bis kurz vor 1400 noch auftauchten: Johann, Bruno, Franco, wieder ein Winrich, Elger, Jutta.


Jüngere Geschichte

Der große Brand von 1874 war der Beginn für eine Reihe von Umbauten

Als Besitzer ist eine Familie Frings zu nennen, die wegen fehlender Nachfahren den Besitz an den damaligen Verwalter weitergab, der dann den Namen Frings zusätzlich zu seinem Geburtsnamen Watterott führte.

Landwirtschaftlich erfolgte eine Umstellung auf Apfelanbau.

Die Gebäude werden heute privat erhalten und benutzt.





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